Umfahrung Lungern

Bau des Erkundungsstollens 2000 bis 2003

Nordportal vor Baubeginn, Sommer 2000

 

Impressionen der Tunnelbohrmaschine, Montage beim Nordportal, Dez. 2000

 

Bau Firststollen in geologischer Problemzone, Winter 2001/2002

 

Sondierbohrungen Spritzbeton anbringen Geologie im Firststollen Firststollen Ende 2001

 

Gegenvortrieb beim Südportal, Frühling 2001

 

Deponie Kaiserstuhl

 

Durchschlag Erkundungsstollen 7. Feb. 2003

 

Durchschlag Sicherheitsstollen 18. Sept. 2003

 

Wildübergang Dreiwässerkanal, Giswil (Ersatzmassnahme)

 

Lawinenverbauung Husergraben Sommer 2003

 

Bau Umfahrung Lungern mit Haupttunnel 2005-2012

Vorbereitungsarbeiten Bereich Nordportal 2005/2006

 

Tagbautunnel Nordportal

 

Trassee und Stützmauern Nordportal 2012

 

Vorbereitungsarbeiten Bereich Südportal 2007/2008

Trassee und Stützmauer Südportal 2012

 

Bau Haupttunnel 2007 bis 2011

 

Tunnelausbau (Belag, Kabel, Beleuchtung, etc.) 2011/2012

 

Anschiessen 5. März 2007

 

Tag der offenen Portale 30. Juni 2007

 

Durchschlagsfeier 2. Juli 2010

 

Hinti Deponie für Tunnelausbruchmaterial 2001-2012

 

25.11.2012, Tag der offenen Portale und Lungrer Adväntsmärt

 

Dez. 2012 kurz vor Eröffnung

10.12.2012 Eröffnung A8 Umfahrung Lungern

Eröffnungsvideo Umfahrung Lungern

 

 

Bauprogramm (Stand April 2011)

 

1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Erkundungs- u. Sicherheitsstollen
Vorbereitungsarbeiten(Voreinschnitte)
Erkundungsstollen
Sicherheitsstollen (Nordabschnitt)
Haupttunnel
Bearbeitung Detailprojekt, Submission
Vorbereitungsarbeiten Nordportal
Tunnelausbruch
Ablagerungsstelle Hinti
Abdichtung, Innengewölbe
Elektro- und Lüftungszentralen
Elektromechanische Einrichtungen
Trassee Portalbereich
Nebenanlagen
Lawinenverbauung Husengraben
Wildübergang Dreiwässerkanal
Tunnelwasserversorgung
Eröffnung
Abschlussarbeiten

Baukosten

Erstellungskosten Umfahrung Lungern

Grundlagen:

  • Kostenvoranschlag aus dem Detailprojekt Juli 2005 (Preisbasis)
  • Genauigkeit bei einer normalen Marktlage von ± 10 %
  • alle Beträge inkl. 7.6 % MwSt

 

1. Allgemeine Kosten 33 Mio
Projektierung und Bauleitung, Geologische Untersuchungen, Vermessung, Prüfungen, Qualitätssicherung
2. Landerwerb 2.4 Mio
Landerwerb, Entschädigungen, Bewilligungen
3. Bauausführung 229.6 Mio
Erkundungs- und Sicherheitsstollen 50.2 Mio
Haupttunnel 119.3 Mio
Ablagerungsstelle Hinti 4.8 Mio
Tagbaustrecke Süd 3.5 Mio
Tagbaustrecke Nord 3.9 Mio
Anschluss Lungern Süd 8.3 Mio
Anschluss Lungern Nord 6.8 Mio
Betriebs- und Sicherheitsausrüstung 18.6 Mio
  
Nebenanlagen
(Tunnelwasserversorgung, oekologische Ersatzmass- nahmen, Kunstbauten in den Portalbereichen, Ver- kehrssicherheitsmassnahmen, etc.)
14.2 Mio

Gesamtkosten

265.0 Mio

Voraussichtliche Abrechnung (Stand 2013)
Bei Berücksichtigung der Mehrwertsteuererhöhung auf 8 % ab 1. Januar 2011 und der ausbezahlten Teuerung kann das Objekt voraussichtlich rund 4 % unter dem Kostenvoranschlag abgerechnet werden, d.h. rund minus 10 Mio. Franken.

Betriebsaufwendungen

(Abschätzung der jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten)

Energiekosten pro Jahr
(Beleuchtung, Lüftung, übrige Anlagen)
ca. Fr. 240’000.–
Bauliche Unterhaltskosten pro Jahr
(Tunnelreinigung, Grünpflege Portalbereiche, etc.)
ca. Fr. 260’000.–

Tunnelportale

Normalprofil

Normalprofil Umfahrung Lungern

Materiealbewirtschaftung

Materialbewirtschaftung Umfahrung Lungern

Geologie

Geologie Umfahrung Lungern

Projektbeschrieb

Linienführung

Die Umfahrung Lungern ist rund 4.25 km lang. Die neue Strasse zweigt oberhalb des Dorfes von der bestehenden Brünigstrasse ab und umfährt dieses hangparallel in einem Bogen unter der rechten Talflanke. Es handelt sich um eine zweispurige, nur für Motorfahrzeuge zugelassene Nationalstrasse 2. Klasse. Hauptbauwerk ist der 3’570 m lange, im Gegenverkehr befahrene Tunnel Lungern. Die Steigung beträgt 2.2%. Bei den beiden kreuzungsfreien Halbanschlüssen Lungern Süd und Lungern Nord wird die Umfahrungsstrasse auf die bestehende Brünigstrasse geführt. Die Anschlüsse sind so konzipiert, dass sowohl ein späterer Zusammenschluss der Ortsumfahrungen Giswil und Lungern zu einer durchgehenden Neuanlage als auch die Verbindung an die A8 im Haslital mit einem ca. 3.5 km langen Brünig-Scheiteltunnel möglich ist.

Geologie

Der Umfahrungstunnel durch örtert zu mehr als der Hälfte Kalkformationen (Quintner Kalk, Kieselkalk usw.), im Weiteren mergelige Gesteinsserien (Vitznau- und Palfrismergel, Schiltformation, Erzeggserie usw.) und eine rund 100 m lange Lockergesteinsstrecke im Bereich Hinti. In den Kalkformationen können grössere Wasserzutritte nicht ausgeschlossen werden; die Mergel neigen zum Quellen und gelten als Gasmuttergesteine.

Erkundungsstollen

Die geologischen Unsicherheiten wurden mit einem Erkundungsstollen vorgängig geklärt. Eine Tunnelbohrmaschine mit einem Durchmesser von 4.75 m hat diesen Stollen zwischen 2001 und 2003 von Norden nach Süden aufgefahren. Die Wasser- und Erdgasvorkommen waren geringer als prognostiziert. Hingegen traten zwischen Stollenmeter 900 und 1300 geologische Probleme auf. Nachbrechender und drückender Fels behinderte den mechani-schen Vortrieb massiv. Auf Grund dieser Erkenntnisse musste die Linienführung des Haupttunnels optimiert und weiter bergwärts verlegt werden.

Materialbewirtschaftung

Aus dem Haupttunnel fallen rund 600’000 m³ Ausbruchmaterial an. Davon werden ca. 500’000 m³ im Hinti, einer langgezogenen Mulde hinter der Kirche von Lungern deponiert. Der Rest kann für Hinterfüllungen und als aufbereitetes Koffermaterial wieder verwendet werden. Das Ausbruchmaterial des Erkundungs- und Sicherheitsstollens wurde auf die beiden Ablagerungsstellen Kaiserstuhl und Mutzenloch transportiert, rund 150’000 m3.

Ökologische Ersatzmassnahmen

Im Bereich der Tunnelportale und der Ablagerungsstellen für Tunnelausbruchmaterial sind Eingriffe in ein Landschaftsbild und grössere Rodungen unvermeidbar. Von den rund 50’000 m² Rodungen können über 90 % vor Ort wieder aufgeforstet werden. Im Weiteren sind ökologische Ersatzmassnahmen u.a. durch Aufforstungen im Bereich des Güpfi (oberhalb Nordportal) und durch Schaffung eines Wildtierkorridors im Hanenried (südwestlich des Sarnersee) vorgesehen.

Tunnel-Sicherheitseinrichtungen

Ein wesentliches Element zur Gewährleistung einer möglichst optimalen Tunnelsicherheit ist der nachträglich ins Projekt aufgenommene Sicherheitsstollen. Dieser liegt bergseits der Hauptröhre in einem Abstand von ca. 20 m. Alle 250 bis 300 m sind Querverbindungen angeordnet. Der Sicherheitsstollen dient in 1. Priorität der Selbstrettung der Tunnelbenützer im Ereignisfall. Im weiteren sind im Haupttunnel vier doppelseitige Ausstellbuchten und alle 150 m SOS- und Hydrantennischen vorgesehen. Die Tunnellüftung funktioniert als Längslüftung mit Mittenabsaugung. Im Brandfall werden die Rauchgase über Klappen, die alle 100 m in der Zwischendecke angeordnet sind, abgesaugt. Die Lüftungszentralen und die Betriebsgebäude befinden sich beim Nord- und Südportal. Weitere Be-triebs- und Sicherheitsausrüstungen sind Tunnelbeleuchtung (Durchgangs- und Adaplationsbeleuchtung), die Einrichtungen für Verkehrslenkung, die Signalisation, zweckmässige Kommunikationseinrichtungen sowie die gebräuchlichen Sicherheits-, Mess- und Überwachungsanlagen vorgesehen. Als wichtigstes Hilfsmittel für den autonomen Betrieb dient die vollständige Videoüberwachung der Tunnelröhre und der Portalbereiche. Alle Daten und Meldungen über besondere Ereignisse werden über die Betriebsleitebene BLE der A8 nach Sarnen (Polizeistützpunkt und Werkhof) weitergeleitet.

Energieeffizienter Tunnel

Lungern ist schweizweit der erste Tunnel, der durchgehend mit LED Lampen ausgerüstet ist, total 600 Stück. Diese neue Technik ermöglicht Einsparungen beim Stromverbrauch von über 50 % gegenüber der herkömmlichen Beleuchtung. Weitere Vorteil der Lampe sind die gleichmässige Lichtverteilung (Verkehrssicherheit), die Lebensdauer und die gute Dimmbarkeit.

Kosten

Die Kosten des Gesamtprojektes sind auf der Preisbasis von 2005 auf 265 Mio. Franken veranschlagt. Darin enthalten sind auch die Aufwendungen für den Sicherheitsstollen, der rund 22 Mio. kostet. Die voraussichtliche Abrechnung (Stand 2013) ergibt ein Kostenunterschreitung von ca. 4 %, d.h. ca. 10 Mio. Franken.

Bauzeit

Vom Herbst 1999 bis Herbst 2003 sind bereits die Voreinschnitte beim Süd- und Nordportal, der 3.5 km lange Erkundungsstollen und der nördliche Abschnitt des Sicherheitsstollens gebaut worden. Für den südlichen Abschnitt des Sicherheitsstollen kann der Erkundungsstollen „umfunktioniert“ werden. Für den Haupttunnel wird mit einer Bauzeit von sechs Jahren gerechnet (2006 – 2012). Beim Anschluss Lungern Nord sind 2005 und 2006 umfangreiche Vorbereitungsarbeiten durchgeführt worden. Die Eröffnung erfolgte am 10. Dezember 2012.

Situation

Situation Umfahrung Lungern