Vollanschluss Alpnach Süd

Projektbeschrieb

Ausgangslage, Zuständigkeit, Verfahren

Der Kanton Obwalden sowie die Gemeinde Alpnach haben ein grosses Interesse den Anschluss Alpnach Süd zu einem Vollanschluss auszubauen. Dieser würde zu einer Entlastung des Durchgangsverkehrs im Dorfzentrum führen, insbesondere der Schwerverkehr würde mittels entsprechender Signalisation (LKW-Verbot, nur Zubringer gestattet) an der Ortsdurchfahrt gehindert.

Entsprechend wird im kantonalen Richtplan 2006 – 2020 im Kapitel 8.8.2.1 Nationalstrassen, Massnahme RPT. 78, die kurzfristige Realisierung des Vollanschlusses Alpnach Süd aufgeführt.

Seit Inkrafttreten des neuen Finanzausgleichs (NFA), d.h. seit 1. Januar 2008, ist der Nationalstrassenbau grundsätzlich eine Aufgabe des Bundes. Da es sich beim Ausbau des Anschlusses Alpnach Süd jedoch um ein Anliegen des Kantons Obwalden und der Gemeinde Alpnach handelt, wurden mit dem ASTRA die folgenden Zuständigkeiten inkl. Kostenübernahmen vereinbart:

  • Bauwerke des Vollanschlusses inkl. Lärmschutz                  ASTRA Zofingen
  • Kreisel Industrie Alpnach Dorf                                               Kanton/Gemeinde
  • flankierende Massnahmen Brünigstrasse Alpnach Dorf       Kanton/Gemeinde

Die Genehmigung des Ausführungsprojektes (Bauprojekt) des Vollanschlusses inkl. Lärmschutz erfolgt durch den Bund (Plangenehmigungsverfahren UVEK).

Das Genehmigungsverfahren für die Projekte Kreisel Industrie und flankierende Massnahmen Brünigstrasse erfolgen nach den Strassenplanverfahren des Kantons (Kantonsstrassengesetzgebung).

Projekte

Vollanschluss

Für den Ausbau des bestehenden Halbanschlusses in einen Vollanschluss sind zwei neue Rampen für die Einfahrt Richtung Luzern und für die Ausfahrt von Luzern nötig. Die Rampen sind zusammen mit den notwendigen neuen Fahrspuren für Abbremsen, Beschleunigung, Verflechtung, rund 450 bis 500 m lang. In der Situation wird ein eventueller späterer 4spur Ausbau (Minimalabmessungen) berücksichtigt. Da der Untergrund sehr setzungsempfindlich ist, sind spezielle Massnahmen notwendig. Für die beiden Rampen sind Abschnitte mit Brückenkonstruktionen vorgesehen.

Die Verkehrsumlagerung von der Brünigstrasse (Dorfdurchfahrt) auf die Hofmättelistrasse und auf die A8 zwischen Alpnach Nord und Alpnach Süd bedingt auch ein zugehöriges Lärmsanierungsprojekt. Entlang der A8 sind auf einer Länge von rund 500 m Lärmschutzwände von 2,5 bis 3,0 m Höhe vorgesehen. Auf der Hofmättelistrasse ist der Einbau eines lärmarmen Belages vorgesehen.

In den Gesamtkosten von 12,1 Mio. Franken (Stand Herbst 2017) sind rund 2,0 Mio. Franken (20%) für den Lärmschutz enthalten.

Kreisel Industrie

Die Kreuzung Hofmättelistrasse, Industriestrasse und untere Gründlistrasse wird mit einem Kreisel saniert und bezüglich Verkehrssicherheit wesentlich verbessert. Der Kreisel hat ein Durchmesser von 28 m. Für die Fussgänger wurden Fahrbahntrenninseln (Schutzinseln) angeordnet. Die Kosten des Projektes betragen rund 0,92 Mio. Franken. Kanton und Gemeinde übernehmen je 50% der Kosten.

Flankierende Massnahmen Brünigstrasse Alpnach

Damit der Durchgangsverkehr effizient zum neuen Anschluss geleitet werden kann, sind flankierende Massnahmen zwingend und im Umweltverträglichkeitsbericht zum neuen Anschluss als Auflage definiert. Da die Fahrroute durch das Dorf rund 800 m kürzer ist, muss der „Durchfahrtswiderstand“ erhöht werden. Neben dem Lastwagenfahrverbot ist Temporeduktion auf 30 km/h für eine Strecke von rund 500 m vorgesehen. Eine von der Bevölkerung akzeptierte Strassenraumgestaltung verbunden mit Verkehrssicherheitsmassnahmen für den Langsamverkehr sind das Ziel. Vorgeschlagene Massnahmen: Eingangstore mit Bepflanzungen in Alpnach Süd und Alpnach Nord (beim Kreisel Hofmätteli); Trottoirüberfahrten der Seitenstrassen (Fussgänger haben Vortritt); sanfte vertikale Versätze mit Markierungen und seitliche Markierungsbänder im Bereich der Tempo 30-Strecke; eingefärbter Belag im Bereich des Dorfzentrums (Kirche), etc.
Die Kosten betragen rund 600’000 Franken.

Terminprogramme

Mit Stand Frühling 2018 sieht das Terminprogramm des Bundes vor, dass der Vollanschluss frühestens Ende 2020 eröffnet werden kann (vgl. Balkendiagramm im Kapitel Termine).

Es ist vorgesehen, nach der Projektgenehmigung des UVEK die Hofmättelistrasse zwischen Kreuzung Industriestrasse und Brünigstrasse aus dem Nationalstrassenperimeter zu entlassen und dem Kanton zu übergeben. Sobald dieser Übertrag erfolgt ist, kann die Planauflage des Kreisels Industrie statt finden. Eine wichtige Randbedingung für den Baustart des Vollanschlusses ist ein vom Kanton und Gemeinde bewilligtes und finanziertes Projekt für die flankierenden Massnahmen.