Umfahrung Giswil

Projektbeschrieb

Tunel Giswil

Tunnel Giswil

Die Umfahrung Giswil wird als eine im Gegenverkehr betriebene, zweispurige Nationalstrasse gebaut. Mit Ausnahme des rund ein Kilometer langen, noch in Planung stehenden Streckenabschnittes Ewil-Giswil Nord handelt es sich um die Fortsetzung der bereits gebauten Nationalstrasse A8 von Hergiswil (Anschluss an die A2) bis Sachseln Süd (Ewil).

Die Umfahrung Giswil ist rund 2,5km lang und beginnt im Süden nach der Buechholzbrücke, die den Bergrutschkegel von 1986 überquert und endet im Norden beim Anschluss Giswil Nord. Die Ausbaugeschwindigkeit beträgt 80 km/h.

Wichtigstes Bauwerk ist der 2’066m lange Tunnel Giswil, der auf der linken Seite des Sarneraatals unter dem Ächerliberg hindurchführt. Er weist ein Längsgefälle von 2.5% auf. Der Tunnel ist unterteilt in eine Tagbaustrecke Süd (20m), eine Untertagbaustrecke (1’945 m) und eine Tagbaustrecke Nord (101m). Die Untertagbaustrecke wurde konventionell im Sprengvortrieb steigend von Norden nach Süden aufgefahren. Der Ausbruch des Tunnelquerschnittes von ca. 87 m2 (ohne Sohlgewölbe) bis ca. 98 m2 (mit Sohlgewölbe) erfolgte in Teilausbrüchen (Kalotte, Strosse, Sohle). Im Zweischichtbetrieb wurden während fünf Tagen in der Woche Leistungen zwischen 6m/Tag im Kalottenvortrieb und 10m/Tag im Strossenvortrieb erreicht.

Im Tunnel sind zwei Ausstellbuchten und je 14 SOS- und Hydrantennischen angeordnet. Im Süden ist eine kleine Elektrozentrale in das Portalbauwerk integriert. Beim Nordportal ist die Elektro-Hauptzentrale und die Lüftungszentrale angeordnet. Alle Zentralen sind überdeckt.

In der Endphase des Baus des Umfahrungstunnels wurde das Projekt mit einem parallelen Sicherheitsstollen ergänzt. Dieser liegt bergseits der Hauptröhre in einem Abstand von knapp 20m. Er ist alle 300m mit Querschlägen mit dem Haupttunnel verbunden. Der Stollen hat einen Innendurchmesser von ca. 3.8m. Er dient im Ereignisfall in erster Priorität der Selbstrettung der Tunnelbenützer.

Eine zweite Projektergänzung betrifft den Vollanschluss Giswil Nord. Diese ist im benachbarten Nationalstrassenabschnitt A8 Giswil Nord-Ewil enthalten. Dieser Abschnitt wurde vom Bund anfangs 2003 genehmigt, aber im Bauprogramm mit Ausnahme des Vollanschluss zurückgestellt. Der Vollanschluss, der auch eine 700m lange Verlegung der Brünigbahn und die Aufhebung des Bahnübergangs Schwerzbachstrasse (neue Unterführung) enthält, steht bis zur Eröffnung des Umfahrtunnels Ende 2004 zur Verfügung.

Beim Anschluss Giswil Nord muss die Kantonsstrasse auf einer Länge von 950m neu trassiert. Dabei wird die A8 mit einem 110m langen Tagbautunnel unterquert. In diesem Bereich können die Bauwerke der A8 und der Kantonsstrasse überschüttet und ein grosszügiger Wildübergang realisiert werden. Fussgänger und Velofahrer erhalten beim Nordportal einen eigenen, attraktiven, rund 800m langen Rad-/Gehweg. Für die Bewirtschaftung des Grossmattwaldes, der eine wichtige Schutzfunktion für die am Hangfuss liegenden neuen Strassen hat, werden die bestehenden Wege zu Forststrassen ausgebaut.

Die Kosten des Gesamtprojektes wurden auf der Preisbasis von 1997 auf 121 Millionen Franken voranschlagt. Der 2003 bewilligte Sicherheitsstollen kostet zusätzlich 12 Millionen Franken, so dass mit Gesamtkosten von 133 Millionen Franken zu rechnen sind. Die prozentuale Verteilung beträgt: Allgemeine Kosten (Projektierung, Bauleitung, Geologie, Vermessung etc.) 15%; Landerwerb 4%; Elektromechanische Anlagen 10%; Bauarbeiten 71%.

Die ursprünglich geplante Bauzeit beträgt sechs Jahre. Zusammen mit den nachträglich ins Projekt integrierten Objekten Sicherheitsstollen und Vollanschluss Giswil Nord verlängert sich die Bauzeit um ein Jahr. Im Oktober 1997 ist mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen worden. 7 Jahre später, im Oktober 2004 ist der Umfahrungstunnel eröffnet und das Dorf Giswil vom Durchgangsverkehr befreit.