Umfahrung Giswil

Geologie

Geologisches Längenprofil

Umfahrung Giswil Geologisches Längenprofil

Die Untertagbaustrecke des Umfahrungstunnels Giswil von 1’945 m Länge quert Kreide- und Tertiärgesteine der helvetischen Drusberg-Decke. Geologisch kann die Tunnelstrecke dreigeteilt werden:

  1. Vom Südportal wird auf einer Strecke von etwa 400 m eine kleine Falte mit Seewer Kalk und Garschella-Formation (Sandsteine, sandige Kalke und Mergel) durchörtert.
  2. Der zentrale Abschnitt von knapp 900 m Länge besteht ausschiefrigen Amdener Mergeln.
  3. Der zirka 650 m lange Nordabschnitt besteht aus zwei Abschnitten mit Gesteinen der Wang-Formation (Kalke und Schieferkalke), an deren Basis Schuppenzonen liegen. Sie bestehen aus tertiären (Globigerinen-Mergel, Sandsteine der Wildstrubel-Formation, Kalk der Bürgen-Formation, Fliegenspitz-Schichten) und älteren Elementen (Amdener Mergel, Wang-Schichten).

Das Gebirge, besonders der mittlere Abschnitt mit den Amdener Mergeln, ist gasführend. Mit den entsprechenden Vorsichtsmassnahmen bei den Bauarbeiten (Lüftung, Sensoren gekoppelt mit Alarmvorrichtungen u.a.) konnte dieses Problem bewältigt werden.
In Klüften der Wang-Schichten findet sich verbreitet Erdöl. Mengenmässig ist dieses Vorkommen zwar bescheiden, bei der Bewirtschaftung des Tunnelausbruchmaterials musste aber durch eine Abdeckfolie verhindert werden, dass das Öl durch Niederschlagswasser ins Grundwasser oder in den See ausgeschwemmt wurde.
Im Süd- und im Nordabschnitt tritt etwas Bergwasser in den Tunnel (im Normalfall etwa 100 l/min), während der Mittelabschnitt in den Mergelschiefern praktisch trocken ist. Nach ausgiebigen Regenfällen wurden in der Bauphase bis gegen 1’000 l/min beobachtet. Bei einigen Wasserzutritten im Südabschnitt ist die Ergiebigkeit mittels Injektionen deutlich reduziert worden. Das im Tunnel zutretende Bergwasser wird beim Nordportal zur Grundwasseranreicherung wieder versickert.