Tunnel Zollhaus

Modell 1:1000
Situation Zollhaus

1. Kantonsstrasse (Brünigstrasse) 4. Nordportal Tunnel Giswil
2. Südportal Tunnel Sachseln 5. Sarner See
3. Gasthaus Zollhaus 6. Schwerzbachstrasse
7. Hanenried

 

Stand der Bauarbeiten Oktober 2003

 

Stand der Bauarbeiten 2004

 

Vorbereitungsarbeiten Tunnel Zollhaus, Herbst 2006

 

Stand der Bauarbeiten 2007

 

Stand der Bauarbeiten 2008

 

Stand der Bauarbeiten 2009

 

A8 Giswil Nord – Ewil, September 2010

 

Eröffnung Tunnel Zollhaus, 23. 9. 2010

Projektorganisation

Oberaufsicht

Bundesamt für Strassen (ASTRA), Bern

Bauherr

Kanton Obwalden, Bau- und Raumentwicklungsdepartement

Projektleitung

Hoch- und Tiefbauamt Obwalden, Abt. Strassenbau

Bauingenieur (Gesamtprojekt mit örtlicher Bauleitung)

Ingenieurgemeinschaft A8 Giswil Nord-Ewil

IM Maggia AG, Locarno und Sarnen

IUB AG, Bern

Bucher + Dillier AG, Luzern und Sarnen

Emch + Berger WSB AG, Emmenbrücke

Vermessungsarbeiten, Bauwerksüberwachungen

Trigonet AG, Sarnen/Luzern

Ökologische Baubegleitung

ARGE Oeko-B/ökoPro, Giswil/Stans

Geologie

Dr. von Moos AG, Geotechnisches Büro, Zürich

Berechnung Steinschlagschutz

Geotest AG, Alpnach Dorf

Prüfingenieur

Zimmerli Bauingenieure GmbH, Kriens

Projekt Oberflächenschutz Fahrraum

Andreas Steiger + Partner AG, Luzern

Projekt Renaturierung Galgenbach

Durrer + Partner AG, Kerns

Betriebs- und Sicherheitsausrüstung

W. Schefer + Partner AG, Hinwil

Verkehrstechnische Einrichtungen

R. Keller AG, Muttenz

Baubegleitung Betriebs- und Sicherheitsausrüstung BSA

Zentras, westliche Zentralschweizer Nationalstrasse, Kriens

Erstellung Einsatzplanung Ereignisdienste

Ecosafe Gunzenhauser AG, Kaiseraugst

Unternehmungen Anschluss Giswil Nord

Los 1 (Trassee) Arbeitsgemeinschaft

– PK Bau AG, Giswil

– Walo Bertschinger AG

Los 2 (A8 Unterführung)) Arbeitsgemeinschaft
– Bürgi AG, Alpnach
– I+C AG Alpnach
– Birrer Bruno Bau AG, Sachseln
– Gasser Felstechnik AG, Lungern

Unternehmer Giswil Nord – Ewil (Tagbautunnel Zollhaus Trassee)

Los 3 (Eschlenbach-Rütigraben) Bürgi AG, Alpnach
Los 4 (Vorbereitungsarbeiten Portal Süd) PK Bau AG, Giswil
Los 5 (Hauptarbeiten mit Tunnel Zollhaus) ARGE TBT, Giswil
Anliker AG, Alpnach-Dorf
Eberli Bau AG, Sarnen
Renaturierung Galgenbach Fallegger Hoch- und Tiefbau AG, Giswil
Verlegung Starkstromleitung Bolfing Freileitungs- und Kabelanlagen AG, Kerns
Baugrundverbesserung (Rüttelstopfverfahren) Keller MTS AG, Ennetbaden
Oberflächenschutz Tunnelfahrraum Trauffer AG, Brienz
Lieferung Tunnelhinterfüllmaterial (Kies) PK Bau AG, Giswil
Hydrantenleitung Baumeler Leitungsbau AG, Luzern
Gussasphaltarbeiten Walo Bertschinger AG, Ebikon
Baumeisterarbeiten Steinschlagschutz Gasser Felstechnik AG, Lungern
Lieferung Steinschlagschutz Netze Isofer AG, Knonau
Rodungen, Aufforstungen Korporation Sachseln
Anlagen Hydrosaaten Walter Kiser, Giswil
Fahrzeugrückhaltesystem Gebr. Gysi AG, Baar
Wildschutzzäune Josef Amrein AG, Inwil
Metallzäune Wolfisberg Metallbau AG, Sarnen
Bachdurchlass Fertigelemente Fanger Kies + Beton AG, Sachseln
Bahntrassearbeiten C. Vanoli AG, Immensee
Diverse Baumeisterarbeiten Mathis Bau AG, Giswil

Betriebs- und Sicherheitsausrüstungenn

Mittelspannungsanlage mit Transformatoren Schneider Electric AG, Ittigen
Mittelspannungsversorgung EWO Elektrizitätswerk Obwalden, Kerns
USV-Anlage UPS Technologies AG, Dietikon ZH
Niederspannungsverteilung Zimmermann Technik AG, Reussbühl
Leuchten, Lampen Tunnel Officine Rigamonti, Contone TI
Beleuchtungssteuerung, Betriebsleitebene ACG Autocamp Grischa AG, Stansstad
Optische Leiteinrichtungen Gifas-Electric GmbH, Rheineck
Verkehrssteuerung Ticos AG, Feuerthalen
Wechselsignale, Statische Signale Walter AG, Sulgen
Stahlbau Signale Iromet AG, Alpnachdorf
Markierungen Trauffer AG, Brienz
Verkehrsfernsehanlage, Brandmeldeanlage Siemens Schweiz AG, Volketswil
SOS-Anlagen ms Neumann GmbH, Mülheim an der Ruhr
Tunnelfunk- und Radioanlage Comlab AG, Ittigen
Breitbandkommunikationsnetz (BKN) Siemens Enterprise Communications AG, Zürich
Elektroinstallationen Tunnel und offene Strecke LETECH AG, Wettswil
Kopfsteuerung Nebenanlagen SISAG, Altdorf
Grundinstallationen Zentrale Elektro Kaiser AG, Sachseln
Blindböden Zentrale Lenzlinger Söhne AG, Uster
Raumlüftungsanlage Zentrale Alpiq InTec Ost AG, Reussbühl
Elektroschaltschränke Rittal AG, Neuenhof
Signalisation Bauphasen Walter Sigrist, Sarnen
Türen Zentralen und Tunnel Wolfisberg Metallbau AG, Sarnen
Fluchttüren Tunnel Sutter Metallbau AG, Lungern
Malerarbeiten Zentralen Maler Hinter, Sachseln
Transformatoren Schneider Electric AG, Ittigen
Wildwarnanlage Calstrom GmbH, Trin-Mulin

 

Hoch- und Tiefbauamt Obwalden – April 2011

Bauprogramm

1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Planung
Genehmigung Generelles Projekt durch Bundesrat  X
Genehmigung Ausführungsprojekt durch UVEK

 X

Bearbeitung Detailprojekte Anschluss Giswil Nord
Bearbeitung Detailprojekte Tagbautunnel Zollhaus
Genehmigung Detailprojekte durch ASTRA

X

X

Ausführung Anschluss Giswil Nord
Kunstbauten Verlegung Brünigbahn, Trasse
Inbetriebnahme Umfahrung Giswil

X

Ausführung Giswil Nord – Ewil
Tagbautunnel Zollhaus
Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen
Trassebauten, Anpassungen
Eröffnungen 23.09.2010

X

Nebenarbeiten (Brünigstrasse)
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Baukosten

Erstellungskosten Abschnitt Giswil Nord – Ewil

Grundlagen:
– Kostenschätzung aus dem Detailprojekt vom September 2009 (Preisbasis)
– alle Beträge inkl. 7.5% MwSt.

1. Allgemeine Kosten

7.1 Mio

Projektierung und Bauleitung, Geologie, Vermessung, Prüfungen,
Untersuchungen, Qualitätssicherung, etc.

2. Landerwerb

0.4 Mio

Landerwerb, Entschädigungen, Bewilligungen

3. Bau- und Anlagekosten

48.5 Mio

Vorbereitungsarbeiten 600’000
Anschluss Giswil Nord 6’900’000
Tagbautunnel Zollhaus 16’000’000
Betriebs- und Sicherheitsausrüstung 4’800’000
Offene Strecke Ewil 4’000’000
Anpassung Kantonsstrasse 6’540’000
  
Anpassung Schwerzbachstrasse 2’400’000
Rad- und Gehwege 1’500’000
Verlegung der Brünigbahn 3’100’000
Gewässerkorrektionen 1’400’000
Forst- und Landwirtschaftswege 900’000
Nebenanlagen und ökologische Ersatzmassnahmen 1’500’000

Gesamtkosten

56.0 Mio

Betriebsaufwendungen
Abschätzung der jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten;
vorwiegend für den 400m langen Tagbautunnel Zollhaus)
– Energiekosten ca. 20’000/Jahr
– Unterhaltskosten ca. 25’000/Jahr

Bauablauf Tagbautunnel

Phase 1
Tunnel Zollhaus Phase1

Arbeitsschritte Baupiste
Abtrag bis Tunnelscheitel (etappenweise)
Böschungssicherung mit Nagelwand (Spritzbeton / Anker)
Bohrplanie

Phase 2

Tunnel Zollhaus Phase 2

Arbeitsschritte Bohrpfähle (Durchmesser 90cm, alle 1,8m, Fundationstiefe 5m)

Phase 3

Tunnel Zollhaus Phase 3

Arbeitsschritte Etappenweiser Aushub
Rückverankerung der Bohrpfähle
Ausfachung zwischen den Bohrpfähle mit Spritzbeton Betonierung Tunnel (Bodenplatte, Wände, Decke)
Abdichtung Decke und Wände

Phase 4

Tunnel Zollhaus Phase 4

Arbeitsschritte Hinterfüllung Tunnel mit etappenweiser Entlastung der Anker Rekultivierung Gelände
Innenausbau Tunnel (Banket, Werkleitung, Fundation, Belag)

Normalprofil Tagbautunnel

Tunnel Zollhaus Normalprofil

Projektbeschrieb

1. Ausgangslage

Die Umfahrung Sachseln wurde im September 1997 dem Verkehr übergeben, Die Umfahrung Giswil ist seit Oktober 2004 in Betrieb. Beide Ortsumfahrungen mussten aus Umweltgründen gegenüber dem 1986 vorgelegten Variantenvergleich für die Nationalstrassen Brienzwiler – Ewil verlängert werden.

Das verbleibende kurze Zwischenstück Giswil Nord – Ewil würde als Gemischtverkehrstrecke eine Unterbrechung der Homogenität mit entsprechender Reduktion des Sicherheitsniveaus bedeuten. Konflikte zwischen dem Motorfahrzeugverkehr und den schwächen Verkehrsteilnehmern (Radfahrer, landwirtschaftliche Fahrzeuge) wären unvermeidlich. 1995 hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) dem Kanton die Planung des Zwischenstückes als Nationalstrasse 2. Klasse in Auftrag gegeben.

In einer ersten Phase wurden aus einer grossen Zahl von Lösungsmöglichkeiten fünf Varianten aufgezeigt, die sich hauptsächlich in der Linienführung der National- und Kantonsstrasse und bezüglich der Lage des Gasthauses Zollhaus unterschieden. Die bezüglich Verkehrsbedürfnisse und Auswirkungen beste Variante wurde dann zum Generellen Projekt 1997 weiterbearbeitet. Am 4. Oktober 1999 hat der Bundesrat dieses Generelle Projekt genehmigt.

Das anschliessend bearbeitete Ausführungsprojekt wurde gegenüber dem Generellen Projekt weiter optimiert. So wurden die Linienführung besser an die Topographie angepasst, die Tunnelportale verschoben und die Bachläufe weitmöglichst renaturiert, was sich positiv auf die Baugruben, die Materialbilanz und die Ökologie auswirkt, ohne die Kosten zu erhöhen. Die Planauflage mit dem Ausführungsprojekt vom 28. September 2001 und dem Umweltverträglichkeitsbericht fand im Mai 2002 statt. Am 23. Januar 2003 hat das UVEK dieses Ausführungsprojekt genehmigt.

2. Projektbestandteile

Die Hauptmerkmale des Projektes sind:

  • Vollanschluss Giswil Nord als halbes Kleeblatt; Aufhebung des Halbanschlusses Sachseln Süd und der Zollhauskreuzung, mit Unterführung Kantonsstrasse (Brücke A8)
  • Tagbautunnel Zollhaus, 417 m lang zur Umfahrung der Liegenschaften Zollhaus und Paradisli und mit Funktion als Ökobrücke (Wildwechsel)
  • Anpassung der Schwerzbachstrasse mit niveaufreier Kreuzung der Brünigbahn und neuer Einmündung in die Kantonsstrasse
  • Verlegung der Brünigbahn, neues Trasse auf eine Länge von 650 m, mit Brücke über Schwerzbachstrasse
  • Offene Strecke Ewil der A8, bergseitig und parallel zur bestehenden Kantonsstrasse
  • Anpassung der Kantonsstrasse zwischen Zollhaus und dem Südportal des Tunnels Sachseln, mit Personenunterführung Zollhaus
  • Neuer Rad-/Gehwegverbindung Giswil – Zollhaus – Ewil mit Anschluss Richtung Grossmatt

Die Realisierung des Projektes verlangt nur unbedeutende Rodungen, die mit Ersatzaufforstungen vor Ort kompensiert werden können.

Durch die Verlegung der Schwerzbachstrasse kann neben dem Naturschutzgebiet Hanenriet, das vom Projekt nicht tangiert wird, eine grössere Ergänzungsfläche zum Schutzgebiet ausgeschieden werden.

Durch die Neugestaltung der vier von der Nationalstrasse gekreuzten Bachläufe können ausserdem rund 200 m Fliessgewässer ausgedolt und renaturiert werden.

3. Kosten, Bauzeit

Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf 56 Millionen Franken (Preisbasis September 2001, Ausführungsprojekt). Im Ausführungsprojekt wurde davon ausgegangen, dass bei einem Baubeginn anfangs 2003 das gesamte Zwischenstück Giswil Nord – Ewil nach einer Bauzeit von 3 Jahren Ende 2005 eröffnet werden könnte.

Im Juli 2003 hat der Bundesrat das 7. Langfristige Bauprogramm verabschiedet. Der Abschnitt Giswil Nord – Ewil ist in diesem Programm neu auf 2007 bis 2010 terminiert.

Allerdings konnten mit der Umfahrung Giswil einzelne Teilobjekte des Abschnittes Giswil Nord – Ewil früher realisiert werden. Es sind dies der Vollanschluss Giswil Nord mit zugehöriger Bahnverlegung und Unterführung der Schwerzbachstrasse. Diese Objekte wurden zwischen Sommer 2003 und Herbst 2004 gebaut und sind mit der Eröffnung der Umfahrung Giswil in Betrieb genommen worden.

Die Eröffnung des A8 Abschnittes Giswil Nord – Ewil erfolgt am 23. September 2010.

Situation

Situation Tunnel Zollhaus

Der Anschluss Giswil Nord wurde provisorisch mit dem Projekt der Umfahrung Giswil erstellt und ist seit Herbst 2004 in Betrieb