
Text-Grundlage: Auszug aus dem
technischen Bericht des Detailprojektes April
1998. Projektteile Kanton Obwalden fett.
Der bestehende, offen geführte Abschnitt der Nationalstrasse A2
entlang des Nordhangs des Lopperberges ist durch Steinschlag- und
Bergsturzereignisse permanent gefährdet. Es besteht das Risiko, dass das
Bauwerk, im speziellen die Viadukte, innerhalb der Lebensdauer ein- oder
mehrmals so schwer getroffen wird, dass diese wichtige Verkehrsverbindung
für längere Zeit unterbrochen wird.
Aufgrund dieser Bewertung wurde im gefährdeten Abschnitt zwischen
Hergiswil und Acheregg eine unterirdische Linienführung mit den beiden
zweispurigen Kirchenwaldtunnel-Röhren studiert.
Zur Zeit fehlt eine direkte Nationalstrassen-Verbindung von der A2 zur
A8. Da für einen solchen Anschluss keine umweltverträgliche, offen
geführte Lösung gefunden werden konnte, ist nun eine unterirdische
Linienführung zwischen den Nationalstrassen A2 und A8 in Richtung Brünig
geplant.
Mit der Genehmigung des Ausführungsprojektes A2/A8 Kirchenwaldtunnel
(UVB; Tunnelprojekt; Portalzonen Hergiswil, Acheregg, Z’Matt; Lüftungs-
und elektromechanische Anlagen; Geologie) durch den Bund vom 7. Januar
1997 wurden die Kantone Nidwalden und Obwalden ermächtigt, die Planung
mit der Ausarbeitung der Detailprojekte, in Ergänzung zum
Ausführungsprojekt und als Grundlage für die Submissionen,
weiterzuführen.
Die Möglichkeiten der horizontalen und vertikalen Linienführung der
beiden Kirchenwaldtunnel Nord und Süd sind durch die Portallagen in
Hergiswil und Acheregg sowie die verschiedenen, bestehenden Tunnelanlagen
im Lopperberg in engen Grenzen gehalten. Die zweispurigen Tunnelröhren
von je rund 1.6 km Länge können auf rund 90 % im bautechnisch günstigen
Kieselkalk ausgebrochen werden; etwa 130 m (Südröhre) resp. 170 m (Nordröhre)
müssen beim Portal Hergiswil im Lockergestein aufgefahren werden. Der
Kirchenwaldtunnel Nord schliesst untertag an die bestehende
Acheregg-Bergröhre an und benützt auf rund 0.35 km dieses Bauwerk, an
welchem Anpassungsarbeiten notwendig sind. In regelmässigen Abständen
von ca. 250 m ermöglichen 6 Querschläge bei Unfall oder Brand den
Tunnelbenützern die Selbstrettung in die Nachbarröhre.
Der einspurige Verbindungstunnel A2/A8 zweigt etwa in der Mitte von der
Kirchenwaldtunnel-Nordröhre ab, überquert sämtliche bestehenden und
projektierten Tunnels und verläuft parallel zum bestehenden
A8-Loppertunnel bis nach dem Portal z’Matt. Der Tunnel weist eine Länge
von ca. 2 km auf und kann durchwegs im Fels gebaut werden. 6 Fluchtstollen
dienen bei Bedarf als Notausgänge in benachbarte Untertagbauten.
Die Belüftung des Verbindungstunnels
geschieht mit einer durch Strahlgebläse verstärkten Längslüftung.
Vom Baubeginn Mitte 1998 bis zur Inbetriebnahme der
Südröhre des Kirchenwaldtunnels
Süd, Mitte 2006, musste mit einer Bauzeit (inkl.
Vorarbeiten in Portalzonen) von 8 Jahren gerechnet
werden. Die
Nordröhre kann erst etwa 2 Jahre später eröffnet werden (Ende 2008), da die Anschlussarbeiten an
die Acheregg-Bergröhre erst nach Betriebsaufnahme der
Kirchenwaldtunnel-Südröhre ausgeführt werden können.
Der Verbindungstunnel A8 von z’Matt aus wird gleichzeitig mit dem
Kirchenwaldtunnel realisiert und zusammen mit der Nordröhre
im Jahr 2008 eröffnet. Die Gesamtbauzeit (inkl. Vorarbeiten in
Portalzonen) beträgt ab Baubeginn anfangs 2002 ungefähr 6 Jahre.
Die Gesamtkosten der 3 Tunnelröhren samt Aussenbauwerken belaufen sich
auf 374,2 Mio. Fr. (Preisbasis Dez. 2001); die beiden Kirchenwaldtunnel sind
mit 276,6 Mio. Fr. veranschlagt; der Verbindungstunnel A2/A8 mit 97,6 Mio.
Fr. Der Kostenanteil des Kantons Obwalden am Verbindungstunnel beträgt
ca. 62 %, d.h. 60,5 Mio. Fr.
 
|